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Negativ, sarkastisch, hoffnungsvoll. Geschichten von mir, meinen Reisen und meinem Weg in die Selbstständigkeit

I’m walking…

Laufen bzw. gehen, was ich in Deutschland ja ziemlich viel tue und eigentlich auch ganz gerne mag, ist etwas, was man in Thailand nicht tut. Man wird keinen Thai sehen, der mal irgendwo hinläuft. Sei es zum einkaufen, zum essen gehen oder um Freunde zu besuchen. Ja, ein Thai steigt auch auf sein Moped wenn er nur die Strasse überqueren muß.
Deswegen kommt es auch, das man höchst merkwürdig angeschaut wird, wenn man läuft. In Khao Lak City oder Bang Niang Stadt, wo es viele Touristen gibt, da mag das ja noch gehen und die Thais haben sich an den Anblick gewöhnt. Gerne sieht man hier auch dann auch (deutsche) Touristen, die leider vergessen, das sie sich nicht grad am Strand oder am Pool in ihrem Resort befinden, sondern denken das es wohl ganz normal ist, im Bikini oder Badehose über die Hauptstrasse zu laufen…*fremdschäm*.
Aber egal, darauf wollte ich gar nicht hinaus. Letzte Woche an meinem freien Tag, dachte ich, ich tu mal was für meine Figur und das Wohlbefinden indem ich mich bewege. Und was heißt das? Genau, ich bin gelaufen. Und zwar von meinem Haus Richtung Chong Fah Wasserfall (liegt ca. 5 km hinter meinem Haus die Strasse lang). Nur ne Stunde dachte ich mir…30 min. in die eine Richtung, 30 min. in die andere.
Um euch kurz eine Impression zu geben, warum ich (neben o.g. Gründen) hier mal spazieren gehen wollte ist wirklich die beeindruckende Natur. Jeder der schonmal in Thailand oder Südostasien war, weiß von was ich spreche.

Naja, auf dem „Hinweg“ wurde ich noch milde belächelt….bis mir eine Gruppe von thailändischen Wald- und Bauarbeitern entgegen kam. Lautes Gejohle und Gerufe (ich nehme mal an das war ein Äquivalent zu dem „pfeifen“ welches man als Frau manchmal zu hören bekommt, wenn man an einer deutschen Baustelle vorbei läuft) und wildes Gestikuliere. Nach einer Weile hab ich den Gesten entnommen, das mich die Herren gefragt haben, ob ich (da ich noch Richtung Wasserfall unterwegs war) auf dem Lastwagen mit zum Wasserfall fahren will, zu dem sie wieder fahren wenn sie ihr Holz abgeladen haben. Ich habe natürlich dankend abgelehnt…davon ganz abgsehen wollte ich ja gar nicht zum Wasserfall, sondern einfach nur so bisschen laufen.
Auf dem Rückweg dann, überholt mich ein Thai, etwa in meinem Alter, mit seinem Moped. Als er auf meiner Höhe ist, wird er langsamer und frägt mich (natürlich) ob er mich nicht hintendrauf mitnehmen soll Richtung Bang Niang oder wo auch immer ich hin will. Auch dieses nette Angebot habe ich dankend abgelehnt. Ich wollte ja laufen.
Kurze Zeit später kommt mir ein alter Thai auf seinem Moped entgegen, sieht mich laufen, fängt laut an zu lachen und macht mit seinen beiden Armen die Bewegung, die man normalerweise so macht wenn man joggt. Ich hab dann nur zurück gelacht und mit den Schultern gezuckt…
Zur Verdeutlichung hier ein Bild der besagten Strasse:

Es zeigt sich also, die Thais sind ein nettes Völkchen und sehr fürsorglich. Wenn man hier also mal trampen will, muß man sich gar nicht mit dem Daumen raus an die Strasse stellen, sondern einfach nur laufen 🙂
Und meine Kollegen könnten euch ähnliche Geschichten berichten. Der Vorteil zeigt sich besonders dann, wenn man abends was getrunken hat und beschliesst, das Moped stehen zu lassen und am nächsten morgen zu Fuß abzuholen…

Jenny • 7. November 2012


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