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Negativ, sarkastisch, hoffnungsvoll. Geschichten von mir, meinen Reisen und meinem Weg in die Selbstständigkeit

Selbstentwicklung: Warum lesen klug macht

Wenn man anfängt sich mit dem digitalen Nomadentum oder ortsunabhängigem Leben und Arbeiten zu beschäftigten, taucht man ein in eine Welt der Informationen, Erfahrungsberichte und des Wissens. Es erschlägt einen förmlich. Die Fülle der Dinge mit denen man sich beschäftigen kann und sollte, was man alles lernen und wissen sollte und wie man sich optimalerweise verhalten sollte, um alles richtig zu machen und den ultimativen Lifestyle zu leben (und ja, ganz besonders wichtig scheint die schier endlose Nutzung von Buzzwords zu sein 😉 ).

Geht man dem Ganzen mal so ein bisschen auf den Grund, teilen sich die ganzen Informationen in zwei Kategorien:

  1. Wie kann man (online) Geld verdienen?
  2. Das richtige Mindset

Lies dich klug: Wie kann man (online) Geld verdienen?

Auch ich habe mich, besonders am Anfang, natürlich vor allem mit dem Thema “Wie kann ich (online) Geld verdienen und mir ein (ortsunabhängiges) Business aufbauen” beschäftigt. Dazu habe ich einiges an Blogs, Beiträgen in Onlinemagazinen und Büchern gelesen. Vieles war Schrott und für einen analytischen und tiefsinnigen Menschen wie mich völlig banales, belangloses blablabla. Da war einiges dabei, was sich meiner Meinung nach jeder durch ein klitzekleines bisschen Nachdenken selbst erarbeiten oder erdenken kann. Aber es gab auch manches, was mich überzeugt hat und wodurch ich einiges gelernt habe. Dazu zählten unter anderem folgende Blogs:

Beim Thema Bücher haben mich vor allem diese, man kann schon fast “Klassiker” sagen, überzeugt:

  • Handbuch für ortsunabhängiges Arbeiten* von Tim Chimoy. Die wichtigsten Basics und erste Ideen.
  • Solopreneur* von Ehrenfried und Brigitte Conta Gromberg. Ein Buch das Mut macht alleine durchzustarten und aufzeigt, dass es möglich ist.
  • Smart Business Concepts* ebenfalls von Ehrenfried und Brigitte Conta Gromberg, zeigt anschaulich und mit Beispielen, wie man als Solopreneur sein Business aufstellen kann.
  • Kopf schlägt Kapital* von Günter Faltin. Inspirierend und Horizont-erweiternd.
  • Die 4 Stunden Woche* von Timothy Ferriss. Der Traum vom passiven Einkommen und einem Leben in der Hängematte.

Das richtige Mindset

Viel interessanter hingegen war für mich aber das Thema “Das richtige Mindset”. Unter den digitalen Nomaden, ortsunabhängigen Unternehmern oder remote workers dreht sich manchmal gefühlt so alles um das Thema Mindset. Die richtige geistige Einstellung für Erfolg und Lifestyle. Auch die richtige geistige Einstellung fürs Unternehmertum. Zum Thema Mindset zählt für mich vor allem auch das Thema Selbstentwicklung.

Selbstoptimierung

Leider verwechseln viele Selbstentwicklung mit Selbstoptimierung. Es artet teilweise schon in einen richtigen Selbstoptimierungswahn aus. Und so sehr ich Dinge wie eine Morgenroutine oder die ein oder andere Komfortzonenchallenge als Werkzeuge für einen produktiven Tag oder die eigene Weiterentwicklung schätze, so gelten auch hier die wahren Worte von Paracelsus: “Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei.”

Morgenroutine und andere Späße

Und wenn man mal bei einer über zweistündigen Morgenroutine bestehend aus Mediation, Sport, Tagesplanung, Duschen, 5-Minute-Journal schreiben, einen frischen grünen Smoothie machen, ein großes Glas Wasser trinken, ein Kapitel im neusten Optimierungsbuch lesen und was einem sonst noch so einfällt morgens zu tun, spätestens dann ist in meinen Augen eine Überdosis erreicht. Und ich weiß von was ich spreche. Ich hab das auch alles mal ausprobiert. Inzwischen besteht meine Morgenroutine nur noch aus einer kurzen Meditation, dem Kaffee und der Dusche. Und ganz ehrlich, das ist soviel entspannender!

Aber mit der Morgenroutine allein ist es ja nicht getan. Weiter geht’s mit Selbstoptimierungsansätzen und Selbst-Herausforderungen a la jeden Tag um 6 aufstehen, sich mindestens einen Monat lang vegan ernähren, täglich zum Sport gehen, Facebook nur noch einmal in der Woche checken, abends mindestens eine Stunde lesen, nach 10 Uhr auf kein digitales Gerät mehr blicken, auf Alkohol verzichten, auf Zucker verzichten, auf was auch immer verzichten und sich selbst einschränken und auf Teufel komm raus zu einem gesunden Menschen und der besten Version seiner Selbst zu machen. Wow! Und autsch!

Bitte etwas weniger davon

Wer mich kennt, der weiß, dass ich selbst versuche mich durch Sport fit zu halten, auf eine gesunde Ernährung zu achten und meinen Tag produktiv zu gestalten, wenn es die Arbeitslast gebietet. Aber. Ganz ehrlich. Wenn ich niemanden mehr finde, mit dem ich einfach mal einen richtig geilen Rindfleisch-Burger verspeisen und abends mit ein paar Bier versacken kann…wie viel Lebensfreude und Lebenslust ist dann noch da? Wenn jeder so sehr in sich ruht und im Zen mit sich selbst ist, dass man das Gefühl bekommt jedem ist alles egal und Emotionen sind überbewertet, wie viel von dem, was uns als Menschen ausmacht, ist dann noch übrig?

Versteht mich bitte nicht falsch! Jeder soll und muss für sich herausfinden, was er tun und lassen möchte, was ihm gut tut und welche Version seiner selbst er sein möchte. Und ich möchte hier auch keinem auf den Schlips treten oder irgendwelche Verhaltensweisen verurteilen. Ich würde mir nur einfach manchmal wünschen, dass wir einfach hin und wieder mal alle fünf gerade sein lassen und das Leben genießen, anstatt uns permanent selbst zu fordern oder verändern zu wollen…a little party never killed nobody 😉

Selbstentwicklung

Aber gut. Ich wollte ja auch eigentlich über das Thema Selbstentwicklung schreiben und nicht über Selbstoptimierung. Und das Thema Selbstentwicklung ist etwas, was mir wirklich sehr am Herzen liegt. Es steht außer Frage, dass wir sind wie wir sind und durch unsere Prägungen und Erfahrungen zu den Menschen geworden sind, die wir heute sind. Aber es steht auch außer Frage, dass Menschen sich ändern können. Nicht von außen erzwungen, nicht allein durch Willenskraft und auch nicht allein jemand anderem zuliebe. Sondern durch Arbeit an uns selbst. Durch Selbstentwicklung. Also Entwickeln unseres Selbsts und selbst entwickeln. Also selbst machen.

Ich z.B. habe mich im letzten Jahr unglaublich viel mit Selbstentwicklung beschäftigt. Vielleicht schon auch ein bisschen, um eine bessere Version meiner selbst zu werden. Aber hauptsächlich um an den Punkten meines Mindsets und meiner Persönlichkeit zu arbeiten, die mir im Weg stehen. Die Barrieren und Hindernisse für die volle Entfaltung meiner Persönlichkeit sind. Dinge, die mich daran hindern ich selbst zu sein, meinen eigenen Weg zu gehen, zufrieden und glücklich zu sein und mich leicht und im Fluss zu fühlen. Dazu zählt einerseits natürlich das Aufdecken von Stärken und Schwächen, die Identifikation von emotionalen Prägungen und limitierenden Glaubenssätzen und andererseits natürlich das Einsetzen von Techniken und Methoden, um diese zu schrittweise abzubauen.

Lies dich klug

Und da ich hier nicht jeden gleich zum Psychologen (obwohl das für manche wahrscheinlich sogar ganz gut wäre) oder zu einem Coach (auch wenn ich das wirklich jedem nur wärmstens empfehlen kann) oder in eine Vipassana Meditation (ebenfalls empfehlenswert, aber bitte nur für die, die mental stabil sind) schicken möchte, lege ich euch lieber ein paar Bücher ans Herz. Ich habe im letzten Jahr wie gesagt viel dazu gelesen und ja, ich kann sagen: lesen macht klug! Sei es nur zur Inspiration oder wirklich als Arbeitsbücher und -hilfen zur Selbstentwicklung. Mir zumindest haben sie geholfen, einiges zu verstehen und von dem aufzudecken, was irgendwo in mir drin verschüttet lag und mich auf die, sicher jahrelang dauernde (vermutlich endlose), Reise der Selbstentwicklung zu begeben.

  • Die 7 Wege zur Effektivität* von Stephen Covey. Wer kennt nicht die Aussage „Put first things first“?!?
  • Der Selbstentwickler* von Jens Corssen. Zählt zu meinen ganz großen Favoriten, eine Ode an die Selbstverantwortung!
  • Mach mich glücklich* von Boris Grundl. Und nochmal mehr Eigenverantwortung…ja, nur du allein kannst dich glücklich machen.
  • Think Limbic* von Hans-Georg Häusel kann unglaublich dabei helfen sich selbst und seine unterbewussten Verhaltensweisen zu verstehen.
  • Lieben was ist* von Katie Byron. 4 Fragen als Methodik Gedanken auf den Kopf zu stellen.

Eine Warnung möchte ich zum Schluss allerdings noch aussprechen. Oder eigentlich zwei:

  1. Bitte auch mit der Selbstentwicklung nicht übertreiben! Man kann auch Gefahr laufen, vor lauter Selbstentwicklung sich selbst so ein bisschen zu verlieren und ins Schwimmen zu kommen. (Deswegen lese ich auch im Moment das Buch Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste was ich will* von Barbara Sher 😉  )
  2. Es ist nicht leicht und wird weh tun.

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Jenny • 11. Januar 2017


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