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Negativ, sarkastisch, hoffnungsvoll. Geschichten von mir, meinen Reisen und meinem Weg in die Selbstständigkeit

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Tarifa – eine kleine Liebe auf den ersten Blick

Tarifa. Ein kleines Städtchen in Andalusien. Der südlichste Punkt des europäischen Festlands. Die engste Stelle der Straße von Gibraltar. Hier treffen Mittelmeer und Atlantik aufeinander.
Seit dem 4. September bin ich jetzt hier, schon über eine Woche…es wird also Zeit, euch einen ersten Eindruck von Tarifa zu geben! Unglaublich, dass es schon über eine Woche ist, es fühlt sich an wie wenn ich schon Monate hier wäre…wahrscheinlich weil in dieser Woche einfach schon so viel passiert ist…oder weil Tarifa einfach so ein schönes Städtchen ist, in dem man sich gleich so richtig wohl und zuhause fühlen kann 🙂

Das Wichtigste zuerst: der Strand!

Tarifa Strandimpressionen

Tarifa Strandimpressionen

Der Strand von Tarifa, also der Atlantikstrand, ist ewig breit, ewig lang und ein richtig typischer Sandstrand mit sehr feinem und hellem Sand. So richtig schön eben. Und es ist ein Weststrand, was bedeutet dass man hier wunderschöne Sonnenuntergänge erleben kann! Tarifa ist vor allem ein Paradies für Kitesurfer (ich konnte mich bisher aber noch nicht dazu durchringen einen Kurs zu machen und das kiten zu lernen…aber es sieht schon nach ziemlich viel Spaß aus…und vielleicht mach ich es auch noch), aber momentan ist der Hauptstrand für Kitesurfer noch gesperrt. Ab nächste Woche wird hier dann aber sicher einiges mehr los sein an Kitsurfern. Meine Lieblingsbar am Strand ist das Bienstar, von welchem man fantastisch den Sonnenuntergang sehen kann und in der man auch sehr gut versacken kann 😉 Freitag Abends spielt immer eine andere Band und man kann bei Livemusik gut chillen oder tanzen.

Der südlichste Punkt Europas ist über einen Damm zu erreichen. Es ist irgendwie ein echt berührendes Gefühl über diesen zu laufen und links das Mittelmeer und rechts den Atlantik zu haben. Von dort aus hat man dann auch einen guten Blick auf Tarifa selbst.

Tarifa - südlichster Punkt Europas

Tarifa – südlichster Punkt Europas

Ansonsten ist Tarifa ein typisch südeuropäisches Städtchen. Besonders die Altstadt. Schmale Gassen, weiße Häuschen, Kopfsteinpflaster…ganz klassisch sozusagen. Im ersten Moment hat man auch das Gefühl, sich in diesen Gassen echt verlaufen zu können. Aber letztlich ist Tarifa ziemlich klein und fußläufig ist alles innerhalb weniger Minuten erreichbar. Ich brauche zum Beispiel von meinem Appartement zum Strand fünf Minuten, vom Strand in die Altstadt auch fünf Minuten und von der Altstadt ins Appartement auch wieder fünf Minuten 🙂

Tarifa Stadtimpressionen

Tarifa Stadtimpressionen

Unabhängig von der Optik ist auch das Leben hier genau so, wie man es von Südspanien erwarten würde. Also wer vor 21 Uhr Hunger hat und gern Abendessen zu sich nehmen möchte, steht hier wirklich vor einer Herausforderung. Vor 22 Uhr geht man hier in der Regel nicht essen und entsprechend spät beginnt auch das weitere Nachtleben. Auch Mittags haben die Bars und Restaurants eher von 14 bis 17 Uhr warme Küche anstatt von 11 bis 14 Uhr wie das in Deutschland so der Fall ist. Und wer über den Mittag was besorgen möchte, schaut auch gerne mal bis 18 Uhr in die Röhre, denn bis etwa zu dieser Uhrzeit ist Siesta…aber keine Ahnung wann die anfängt, ich arbeite zu der Zeit ja meistens 😉 Aber man gewöhnt sich doch sehr schnell an diesen etwas anderen Rhythmus und morgens um 7 aufzustehen klappt hier irgendwie einfach nicht…
Tarifa ist günstiger wie erwartet, z.B. bekommt man ein frisch belegtes Riesenbaguette (und mit riesig meine ich eine vollwertige Mahlzeit) für etwa 2 Euro. Eine Caña (ein Bierchen) je nachdem wo für 1,50 oder 2 Euro.
Und das Essen…Tapas und sonstige kleine Leckereien ohne Ende. Im Bienstar bekommt man zum Bier immer entweder Oliven (spanische Oliven, also die, die richtig nach was schmecken) oder Nüsse dazu. Im Bossa gibt es Tapitas (oder Tapas…in der Speisekarte steht Tapitas)…und ein Essens-Foto (#foodporn) muss an dieser Stelle natürlich auch sein 😉 Im Lola gibt es auch mega leckere Tapas, mein absoluter Favorit hier sind die Shrimps mit Avocado und Wasabi (ja, sehr geile Kombi!).

Tapitas im Bossa

Tapitas im Bossa

So, und dann hätten wir auch noch die Feria, die am letzten Sonntag angefangen hat und heute endet. Das eigentliche Feria-Gelände liegt etwas am Stadtrand und gleicht eigentlich eher einer großen Kirmes mit angeschlossenen “Partyzelten”. Anders wie die großen Bierzelte auf dem Oktoberfest oder so, aber es geht in eine ähnliche Richtung, nur deutlich kleiner, deutlich leiser und deutlich traditioneller. Feria selbst startet hier in Tarifa aber mit einem Einmarsch von etwa 400 Pferden durch das alte Stadttor und dem Hereintragen von Figuren irgendwelcher Heiligen. Alle sind traditionell gekleidet, die Frauen in Flamenco-Kleidern und die Männer mit Hut und diesen hochgeschlossenen Hosen. In dieser Woche herrscht bei den Einheimischen anscheinend echt Ausnahmezustand mit wilden Ladenöffnungszeiten und so. Aber man kann Feria auch recht gut umgehen wenn man das möchte. Wobei wir es uns natürlich nicht haben nehmen lassen den ein oder anderen Abend gebürtig auf der Feria zu feiern und auch einen Rebujito zu trinken (für mich definitiv nur ein once-in-a-lifetime-experience ;-)).

Feria in Tarifa

Feria in Tarifa

Auch wenn es jetzt vielleicht nicht so den Eindruck macht, aber ich habe diese Woche ziemlich viel gearbeitet. Und ja, auch viel gefeiert. Aber es verträgt sich hervorragend miteinander. Bis jetzt zumindest. Ich bin sehr kreativ, hochmotiviert und komme mit der Arbeit gut voran. Hätte tatsächlich nicht gedacht, wie sehr einen solch eine Umgebung beflügelt!
Ich habe auch schon eine ganze Menge spannender und interessanter Leute kennen gelernt. Urlauber, Menschen die gar nicht arbeiten, Freelancer, Unternehmer und sogar Festangestellte, die komplett remote arbeiten können (und vor allem auch von ihrer Firma aus dürfen!). Hier sind im Moment noch viele Deutsche und Holländer, aber bei dem ein oder anderen Event waren auch Leute aus UK, Ungarn, Israel und sogar Spanier dabei. Ich bin gespannt was mich in den nächsten Wochen hier noch erwartet…ich halte euch auf dem Laufenden!

Jenny • 12. September 2015


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Comments

  1. Reisemax 13. September 2015 - 13:50 Reply

    Ein schöner, ausführlicher Bericht. Und die Fotopostkarten machen Lust auf Meer. 😉
    Ich habe eigentlich noch überlegt, ob ich im Oktober Tarifa besuche, aber jetzt stellt sich diese Frage wohl nicht mehr. Falls im Oktober auch noch ein paar Niederländer – So heißen wir übrigens offiziell! 🙂 – da sind, könnte ich meine Sprache wieder etwas verbessern. Kann ja auch nicht schaden.
    Gruß,
    Max

    • Jenny 13. September 2015 - 14:15 Reply

      Danke für Dein Feedback Max! 🙂
      Und verzeih meinen Fauxpas aus den Niederländern Holländer gemacht zu haben, ich gelobe mich zu bessern!
      Soweit ich weiß bleiben einige der Niederländer, die ich getroffen habe, bis Ende Oktober hier. Es lohnt sich also auf jeden Fall vorbei zu kommen! 🙂

  2. Reisemax 13. September 2015 - 16:15 Reply

    Hi, Jenny.
    Is niet erg. Ich bin in Deutschland geboren, ich kenns nicht anders. 🙂
    Ich wünsch dir noch eine schöne Zeit dort und ich such dann schonmal die passenden Sachen für den Strand zusammen.
    Groeten, Max

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